Vortragsmitschnitte

Jeannie Moser: Diskursive Disruption. Ein Jahresrückblick





Jänner: Verzweiflung (11:31 min)
Februar: AKKA (18:49 min)
März: ›Reconquista‹ (21:07 min)
April: Engagierte Forschungsagenda (26:06 min)
Mai: Anything but Gender Studies (30:19 min)
Juni: Meinungsfreiheit (34:50 min)
Juli: Unendliches Chaos (37:52 min)
August: Angewandtes Wissen (40:45 min)
September: Zeit der Wissenschaft (43:38 min)
Oktober: Tanzende Könige (44: 47 min)
November: Arbeit im Jetzt (50:43 min)
Dezember: Kein Ende (53:16 min)


2025 beginnt als eine politische Realität, die sich selbst zu überholen scheint. Schon in den ersten Tagen setzt die autoritäre Zerstörung der Ordnung des Sag- und Denkbaren ein. Das Wort haben Spezialist*innen aggressiver Diskursmanöver, die sich von Fakten, Konsens, einer erstrittenen Wahrheit und geteilten Wirklichkeit verabschiedet haben. Begriffe wie »Remigration« finden Eingang in Parteiprogramme, etabliert wird neues Vokabular. Der disruptive Politikstil mit seinen Überwältigungstechniken (muddy the waters / flood the zone with shit) zeigt Wirkung, abhanden kommen Gegenbegriffe und Handlungskonzepte. Er erzeugt entmutigte Erregungsgemeinschaften, die Rede ist von Atemlosigkeit, Apathie, von nebligen, gespenstischen, von finsteren Zeiten. Analytischer Widerstand regt sich – trotz allem. Ideen der situierten Selbstbehauptung kommen in Umlauf, geteilt werden Organisationsmittel und Verfahrenstechniken des Widerspruchs, Vorschläge zur Wiedergewinnung politischer Schlagkraft. Als teilnehmende Beobachterin schaut Jeannie Moser auf ein Jahr zurück, von dem noch offen ist, was es einmal gewesen sein wird: temporäre Krise, Beginn einer neuen Ära, der Anfang vom Ende.