Programm

15 - 17 März 2017

Im Jahr 1516, vor 500 Jahren, erschien Thomas Morus’ „Utopia“. Das Buch hat damals eine Saite angeschlagen, die bis heute nachschwingt. Denn die fiktive Beschreibung einer idealen Gesellschaft beinhaltet eine Kritik, die auch für die Herausforderungen unserer heutigen Zeit relevant bleibt. Kulturelle Symbole für Aspiration und Reform – ob postuliert als „Symbole des Vortrefflichen“ (Schiller) oder als Verkörperung des „Prinzips Hoffnung“ (Bloch) – gehören zu diesem Kontext. Ein in diesem Sinne positives künstlerisches Symbol, nämlich Beethovens Musik für Schillers Ode „An die Freude“, dient als offizielle Hymne der Europäischen Union.

06 April 2017
14:00 - 18:00

Der Religionsphilosoph Jacob Taubes (1923–1987) war ein radikaler Denker, der die religiösen Traditionen seit der Antike ausgezeichnet kannte und sie über die Theologie hinaus produktiv weiterführte. Mythologien, Riten, Dogmen galten ihm als Möglichkeiten, erfahrene Offenbarung für die Gegenwart nutzbar zu machen. Zugleich stand er der Moderne, ja der Welt, so wie sie ist, zutiefst skeptisch gegenüber.

24 April 2017
18:15 - 20:00

Künstlerische Forschung/Artistic Research macht seit Jahren auch im deutschsprachigen Gebiet eine anhaltende Karriere, und zwar diskursiv, institutionell sowie auch förderpolitisch. Sie bewegt sich konstitutiv zwischen Theorie und Praxis und stellt dabei ihr wissenschaftlich-künstlerisches Selbstverständnis auf den Dauerprüfstand.

17 - 19 Mai 2017

Die Rolle von ÜbersetzerInnen in der ethnotherapeutischen Arbeit mit emigrierten Menschen ist komplex. Denn ihre Arbeit beschränkt sich ja nicht nur auf die möglichst reibungslose Überwindung sprachlicher Grenzen, sondern impliziert häufig auch eine Art von Teilnahme am therapeutischen Prozess. Erweitert ihre Präsenz schlicht die klassische therapeutische Zweierbeziehung, oder ist sie sogar als Beginn einer kollektiven Öffnung der Klinik zu verstehen?

23 - 24 Mai 2017

This is the concluding international conference in a series that began in 2012 as a collaboration between Duke University and several Austrian partners. The project endeavors to rewrite the Empire back into Austrian history by recalling lost Socialist imperial traditions, the Jewish love story with imperial Austria, and nostalgia for a multicultural Central Europe.

13 Juni 2017
18:30 - 20:00

In seinem Vortrag geht László F. Földényi der Frage nach, warum die Gattungen der Biografie und Autobiografie so tief in der europäischen Kultur verwurzelt sind. Das Bedürfnis nach völliger Bloßlegung schließt sich wegen der unvermeidlichen narrativen Konstruktion notwendig mit einer starken Stilisierung zusammen, die gerade der Entblößung widerspricht. László F. Földényi untersucht dieses Paradoxon, mit Einbeziehung von Beispielen aus der bildenden Kunst, mit besonderem Blick auf die zeitgenössische Porträtmalerei.

21 - 23 Juni 2017

Die Hannah Arendt gewidmete, gemeinsam mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI) veranstaltete Tagung versucht, die ideengeschichtlichen Traditionen jener humanen und sozialen Vision zu rekonstruieren, die in der Überzeugung wurzelt, dass es – auch in einer säkularen Epoche – möglich ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

20 - 26 August 2017

Seit einer Reihe von Jahren wird ein „affective turn“ in den Kultur- und Sozialwissenschaften beobachtet. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit sind Affekte, Gefühle und Emotionen gerückt; ihr Einfluss auf Kulturen und Gesellschaften wird zunehmend schärfer reflektiert.

Forschungsprojekte und Publikationen dazu provozieren Fragen nach den Gründen des neu entfachten Interesses an den Gefühlen. Ist es der Anbruch des digital age, eines Zeitalters sozialer Medien, globaler Verbreitung von Nachrichten und Bildern? Sind es politische und ökonomische Krisen, die auf Affekte wie Angst oder Wut bezogen werden können? Und warum tritt nach einer Zeit der Dominanz einer strukturalen oder statistisch fundierten Kulturanalyse und Historiografie das Interesse an Narrationen, an Quellen wie Tagebüchern, Fallgeschichten oder Biografien, in den Vordergrund? Das Spektrum der Fragen, die auf der IFK_Akademie 2017 diskutiert und verhandelt werden sollen, ist weit gefasst.

18 - 20 Oktober 2017

„Die Kunst kann nur insoweit ein großer Bundesgenosse der Revolution sein, als sie sich selbst treu bleibt.“ (Leo Trotzki im Juli 1939)