Programm

09 Januar 2019
18:15 - 20:00

Simon Werle, vielfach preisgekrönter Übersetzer der französischen Theaterklassiker, hat 2017 die aufsehenerregende Vers-Gesamt-Neuübersetzung der „Fleurs du Mal“ von Charles Baudelaire vorgelegt, eines der Gründungsmanifeste der lyrischen Moderne. Für 2019 bereitet er einen zweiten Band vor, der außer den Prosagedichten des „Spleen de Paris“ bisher unübersetzte Jugendgedichte Baudelaires sowie ein Dramenfragment aus Baudelaires postromantischer Frühphase enthalten wird.

16 - 18 Januar 2019

Nein sagen zu können bestimmt das Verhältnis des Menschen zur Welt. Im Begriff der Negativität kommt diese Fähigkeit in gesteigerter Form zum Ausdruck. Allein, was geschieht mit Politik, Literatur, Kunst oder Ich, wenn sie der Verneinung den Vorrang geben? Die Tagung verfolgt diese Frage interdisziplinär und kontextorientiert.

15 Mai 2019

2019 feiern wir den hundertsten Jahrestag der Veröffentlichung eines Buchs, das zu den kanonischen Werken der Kulturgeschichte und Kulturwissenschaften gezählt werden darf: Johan Huizingas „Herbst des Mittelalters“. Diesen Jahrestag wollen wir zu einem Rückblick auf das Lebenswerk des Autors und die Gründungsgeschichte der Kulturwissenschaft nutzen.

12 - 14 Juni 2019

Michel Foucault zog sich 1978 für einige Wochen in einen Zen-Tempel am Fuß des Fuji zurück. Martin Heidegger dachte lange über das Wesen der japanischen Sprache nach. Und Roland Barthes entdeckte im „Reich der Zeichen“ das semiologische Paradies.

18 - 24 August 2019

Mit dem Happy End ist zumeist das gute Ende einer Geschichte gemeint. Doch ist ein „glückliches Ende“ wirklich immer ein gutes? Vor der derzeitigen Flut an dystopischen Entwürfen in Literatur, Film und Theater, aber auch in der Geschichte, Soziologie und Urbanistik lässt sich diese Frage neu stellen: Sind Happy Ends Reaktionen auf Szenarien der Ausnahme? Dienen sie zur Traumaverarbeitung, gerade vor dem Hintergrund von negativen Erfahrungen? Was verbindet sie mit den Wünschen für eine gute Beziehung, einen guten Arbeitsplatz oder auch dem guten Leben in einer Stadt? In welchen Sektoren sind sie am häufigsten zu finden? In welchen Genres, bei welchen Figuren, Motiven? Wie gehören Komik und Happy End zusammen? Können gute Enden auch offen sein?

Schon Kaiser Joseph II. veranlasste, dass Stücke im Wiener Burgtheater keine traurigen Schlüsse mehr hatten, um sein Volk nicht in schlechte Stimmung zu versetzen. Selbst „Romeo und Julia“ oder „Hamlet“ wurden nicht verschont. Und heute? Während in der Öffentlichkeit durchaus diverse und oftmals ironische Antworten zirkulieren, favorisieren politische Strömungen mit populistischen und nationalistischen Entwürfen eine andere Tendenz, die das Happy End auf seine konservative Bedeutung reduziert: Der weiße Mann bekommt die Hausfrau seiner Träume und rettet nebenbei die Welt. Kurzum, was sagen uns geschichtsphilosophische, soziologische, kulturwissenschaftliche und künstlerische Zukunftsvisionen über die Lage der Gegenwart?

Die IFK_Sommerakademie 2019 widmet sich in interdisziplinären Gesprächen den möglichen Happy Ends unserer Zeit.

09 Oktober 2019
15:00 - 17:00

Im Wintersemester 2019/20 startet an der Kunstuniversität das Bachelorstudium Kulturwissenschaften. Es ist ein sechssemestriges künstlerisch-wissenschaftliches Studium mit fünf Kernfächern: Kulturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaft.

09 - 11 Oktober 2019
17:00 - 17:00

Wir nehmen das Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren zum Anlass, um über veränderte Verhältnisse nachzudenken: Wo stehen wir heute, wenn es um Emanzipation und Gleichstellung geht? Wie haben sich Machtbeziehungen, Politik, Institutionen, Wissen, Kunst verändert? Und was sind aktuelle Herausforderungen unter diesen veränderten Verhältnissen?

13 - 15 November 2019
18:00 - 18:00

Vor 25 Jahren starb Elias Canetti (1994). Er hat fast das ganze 20. Jahrhundert erlebt und ist als Chronist einer verschwundenen Welt ebenso in die Literaturgeschichte eingegangen wie als empirischer Theoretiker der Verhältnisse zwischen Masse und Macht, die dieses Jahrhundert mehr als jedes vorangegangene geprägt haben. Seine literarische Karriere begann in Wien, aus dem er 1938 fliehen musste.